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Leseprobe «Wenn Kinder sich nicht bewegen wollen»

aus «Schwierige Kinder» 03/1998

Einleitung: Die unspezifische muskuläre Hypotonie ist nicht genau als medizinisches Problem definiert. Die Symptomatik der betroffenen Kinder interpretiert man häufig als Bequemlichkeit, Konzentrationsschwächen oder Verhaltensauffälligkeit. Man unterstellt den Kindern Motivationsmangel, Trägheit oder Unruhe und Ungeschicklichkeit.

«Wie zeigt sich die Muskelhypotonie beim kleinen Kind?»

Zu Beginn merken die Eltern wenig. Hypotone Säuglinge werden als pflegeleicht empfunden, die beim Stillen an der Brust einschlafen. Manchmal klappt das Stillen nicht, weil die Mundmotorik zu schwach zum Saugen ist. Die Eltern erleichtern dem «trinkfaulen» Baby das anstrengende Saugen durch ein großes Loch im Sauger.

Beim Tragen fühlt sich das schlaffe Kind schwer an, so als würde es aus den Händen gleiten. Ein gesundes Kleinkind kann sich beim Tragen etwas festhalten und sich den Körperbewegungen der Eltern anpassen. Es «hilft» mit, wenn man es aufnimmt, beugt Ärmchen und Beinchen und hebt den Kopf.

Wenn ein hypotones kleines Kind aus der Rückenlage hoch gehoben wird, sind die Arme gestreckt und der Kopf hängt nach hinten oder kippt zur Seite. Diese Symptome werden bereits ab dem 3. Lebensmonat deutlich.

«Was können Eltern für ihr Kind mit Muskelhypotonie tun?»

Ein muskulär hypotones Kind braucht von Anfang an neurophysiologische Therapie. Eltern sollen ihr Kind viel auf den Bauch legen, damit es die Nacken- und Rückenmuskulatur kräftigt und sich symmetrisch abstützt. Das Stützen in der Bauchlage bereitet das Baby auf das Krabbeln vor. Muskulär hypotone Kinder lassen einige Bewegungsstufen aus, das Drehen um die Körperachse, die Bauchlage und die Krabbelphase. Manche kommen zum Sitzen und Stehen, bevor ihre Muskulatur diese Belastung aushält.

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Praxis für Ergotherapie Christiane Seiler

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